Mala Jîn

Frauen* Heilkräutergarten

Ein Partner*innenprojekt zwischen Rojava und Berlin


Über das Projekt

 

Das Projekt Mala Jîn von Flamingo e.V. - Netzwerk für geflüchtete Frauen und Kinder - ist im engen und regelmäßigen Austausch mit den Frauen vor Ort. Es soll ein Kooperationsprojekt zwischen Mala Jîn Berlin und Jinwar, dem Frauendorf in Rojava sein. Auf beiden Seiten steht der Heilkräutergarten im Mittelpunkt. Der Heilkräutergarten in Jinwar sowie die Bewirtschaftung haben bereits angefangen. Wir werden ab Herbst 2019 mit den Vorbereitungen des Gartens in Berlin anfangen, so dass wir im Frühling 2020 direkt mit der Bewirtschaftung der Tees beginnen können.

Teebeispiele aus dem Heilkräutergarten
Teebeispiele aus dem Heilkräutergarten

Was wir vorhaben:

  • Einen Heilkräutergarten und Treffpunkt in Berlin anbieten
  • Ein Online-Betrieb für Alternative-Frauen-Apotheke: Aloe Vera Gel, Tees, Cremes, Öle, usw.
  • Einen Bildungsaustauch zwischen Jinwar und Berlin: weibliche Anatomie, Erkrankung und
    Heilung
  • Ein Heilkräuter-Buch veröffentlichen

Heilmedizin und Frauenheilkunde

 

Angelehnt an die Wissenschaft der Frauen, Jineoloji (aus dem Kurdischen: Jin: Frau, loji: Wissenschaft, www.jineoloji.org/de/) ist das Ziel des Projektes altes Wissen, meist mündlich über Generationen von Frauen an Frauen überliefert, in den Bereichen der Heilmedizin und Frauenheilkunde festzuhalten, zu bewahren und weiter zu geben.
Es handelt sich um meist in die Vergessenheit geratenes und durch gesellschaftliche Strukturen (Pharmaindustrie, Patriarchat..) zur Vergessenheit gezwungenes Wissen.

Frauendorf in Jinwar
Frauendorf in Jinwar

Empowerment und Wissenstransfer

 

Gerade durch die Arbeit für und mit geflüchteten Frauen bei Flamingo e.V. ist der Wunsch immer größer geworden, andere kulturelle und alternative Formen des Umgangs mit Gewalterfahrungen und Trauma zu lernen und anzubieten. Wir wollen einen neuen Ort für Begegnung und politischen Austausch erschaffen, in dem alte Heilmethoden reaktiviert werden.
Jinwar in Rojava hat uns dazu inspiriert, ein Partnerinnenprojekt in Berlin aufzubauen. Zum einen, da der Zugang zu alternativen Heilungsmethoden für Frauen hier fehlt, zum anderen, da wir uns mit den Frauen in Rojava solidarisieren und gemeinsam ein nachhaltiges Projekt aufbauen wollen.
Altes in Vergessenheit geratenes Wissen unserer weiblichen Vorfahren und vor allem der Hochkultur der Frauengeschichte und deren natürliche Lebensform in Rojava sollen hier aufgefangen, festgehalten und an die folgenden Generationen weitergeben werden.
Durch regelmäßige Skype Meetings, Delegationsreisen und einer gemeinsamen Webseite ist das Projekt auch für andere Interessierte ersichtlich und offen.

Mala Jîn - Berlin

 

Es fehlt in Berlin ein alternatives Frauen-Heilzentrum, in dem Austausch, Fortbildungen und die Wissenschaft der Frauen stattfinden kann. Wir wollen mit dem Heilkräutergarten und einem zusätzlichen Seminarraum / Büro diesen Ort erschaffen. Es soll ein Zentrum für Partizipation und Selbstermächtigung werden, weg von Stigmatisierung und weiblicher Opferrolle. Fortbildungen zu Alternativen Heilmethoden bei chronischen und anderen Erkrankungen wie :

  • Migräne
  • Schlafstörungen
  • Trauer / Trauma
  • und anderen aus der natürlichen Balance geratenen Störungen

werden Teil unseres Angebotes für interessierte Mädchen und Frauen sein.
Auch die praktische Umsetzung und das Zubereiten von Salben, Medizin, Ölen und Tees können erlernt werden.

Timeline

 

Mai > August 2019
Planung, Dokumentation, Austausch, Businessplan, Anträge schreiben, Gartengrundstück suchen, offene Fragen klären, Vernetzung
Ab Herbst 2019
Gartenaufbau - Anfang der Bewirtschaftung von Tees
Ab Sommer 2020
Erste Prototypen für Tees, Aufbau des Frauenheilzentrums, Durchführung von Expertinnenvorträgen, Aufbau einer Onlineapotheke (Businessplan abwarten für weitere Timelinepunkte)

Wir freuen uns, im Herbst ein Grundstück von ca. 500m2 auf dem Jacobi-Friedhof an der Hermannstrasse in Neukölln zu beziehen, neben den Prinzessinnengärten.
Wir freuen uns, im Herbst ein Grundstück von ca. 500m2 auf dem Jacobi-Friedhof an der Hermannstrasse in Neukölln zu beziehen, neben den Prinzessinnengärten.

Hier gibts die Projektskizze als Pdf


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Delegationsreise nach Rojava im Mai 2018

Solidarity network with women* in Rojava

Die Solidarische Delegation, der auch eines unser Vereinsmitglieder zugehörte, traf vor allem die kurdische Frauen*bewegung Rund um die Organisation von Kongreya Star.

 

Die Delegation wurde sehr freundlich aufgenommen und von Kongreya Star während des Aufenthalts in Nordsyrien vom 02.05.2018 bis 11.05.2018 begleitet.

 

Die Organisation gibt es seit ca. 2005, damals unter dem Namen „yekedia Star“ und ist jährlich stark gewachsen. Die Frauen* versuchen sich gemeinsam eine gesellschaftliche Stellung und Partizipation zu erkämpfen und somit das Bewusstsein auch der Männer in der Region zu Frauen*rechten zu verändern. Es gibt über 1000 Mitglieder unterschiedlichster ethnischer Gruppen. Die Delegation traf sich mit ezidischen, arabischen und kurdischen Frauen* von Kongreya Star.

 

Die Arbeit der Frauen* dort ist eine sehr vielseitige Vernetzung der Frauen* in unterschiedlichen Komitees. Diese sind u.a. unterteilt in Komitees aus Politik, Diplomatie, Ökonomie, Presse, Gesellschaft, Gerechtigkeit, Kunst und Kultur, Gesundheit, Verteidigung und komunale Angelegenheiten. In dem Komitee der Diplomatie und der Gesundheit wurde zusammen mit der Delegation veruscht, durch einen offenen Austausch erlebte Traumata und Gewalt zu überwinden und gemeisnam Kraft zu schöpfen für die politische Arbeit.

 

Der aktuelle Wunsch und das Ziel in den Gesprächen mit der Delegation sind vorallem eine europäische Öffentlichkeit zu schaffen für die Situation der Frauen* und Kinder nach dem Überfall, dem völkerrechtswidrigen Krieg und der Besatzung Afrins. Zum Anderen war ein Anliegen die reale basisdemokratische Organisation der Frauen* von Kongreya Star zu verstehen und zu "erleben"- das es tatsächlich eine große Verbesserung der Frauen* und Menschenrechte gibt im konförderalen System.

 

Die Frauen* kommen in verschiedenen Städten zusammen, wo sich ausgetauscht wird. Die Delegation war in Quamisli, Derik, Konbane, Sheba, und Amude, wo sie die Ortsverbände von Kongreya Star getroffen haben.

 

Flamingo e.V. möchte sich vorallem solidarisch mit der Organisation von Kongreya Star und ihrer Kampagne „#WomenRiseUpForAfrin“ zeigen.

 

„Die Kampagne ‚Women rise up for Afrin‘ wird andauern, bis die Besatzung durch die Türkei endet und die Menschen zurückkehren können", das gab jetzt die Sprecherin der Kongreya Star, Evin Siwêd, in einer Reportage gegenüber der Nachrichtenagentur ANHA bekannt. Die Kampagne war am 8. Februar dieses Jahres mit dem Ziel, den Widerstand in Efrîn zu unterstützen, von der kurdischen Frauenbewegung initiiert worden. Im Rahmen der Kampagne „Women rise up for Afrin" sind in Nordsyrien diverse Frauenversammlungen, -aktionen und -seminare durchgeführt worden.

Die Kampagne erregte Aufmerksamkeit weit über die Grenzen von Nordsyrien hinaus. So kamen Delegationen, denen Ärztinnen, Rechtsanwältinnen und Aktivistinnen angehörten, aus Frankreich, England, Deutschland und Argentinien im Rahmen der Kampagne nach Nordsyrien und besuchten dort unter anderem das Frauendorf Jinwar und die beiden Camps der aus Efrin geflüchteten Menschen in Şehba.“

 

NGO`s und staatliche Hilfsorganistaionen verweigern ihre Unterstützung, da die demokratische Selbstverwaltung nicht als Staat anerkannt wird, auch ohne Rücksicht auf die Tatsache, dass die Geflüchteten aus Afrin weiter von  Räumungen und Angriffen der Türkei gefährdet sind.

 

Neben der dringenden finanziellen Unterstützung beim Aufbau eines Krankenhauses für Frauen* und Kinder, bedarf es Generatoren für die Vernetzungs- und Organisationstreffen. Strom gibt es in der ganzen Region so gut wie gar nicht. Vor allem in den notbedürftigen Räumen, in denen schwerletzte Frauen* und Kinder untergebracht werden, ist funktionierender Strom unabdingbar.

 

Die Vernetzungstreffen vorort und die Aufklärung über die aktuelle Lage in Deutschland, hat das Ziel, das Netzwerk an Unterstützer*innen immer größer werden zu lassen. Der Austausch mit Frauen* vorort durch Delegationsreisen ist dabei genauso wichtig, wie einzelne solidarische Kundgebungen und Veranstaltungen in Deutschland.

 

 

Das Projekt wurde gefördert von